IMAP (Internet Message Access Protocol) ist ein Internet-Standard-Protokoll zum Zugriff auf Nachrichten (E-Mail, Bulletin Boards, News usw.).
Der Cyrus IMAP Server ist ein sealed Server, d.h. die Accounts müssen nicht zwangsläufig Betriebssystemkonten sein. Der Zugriff der Nutzer auf ihre Daten erfolgt über die Protokolle IMAP, IMAPS, POP3, SPOP oder KPOP. Zur Authentifizierung wird das SASL-API genutzt.
Der Cyrus IMAP Server wurde entwickelt, um in großen Installationen einen zuverlässigen Mailbox-Server zu betreiben. Es wird eine effiziente Speichermethode für E-Mails verwendet.
Auf Mailboxen können Quotas und ACLs vergeben werden, wodurch auch bei vielen Nutzern die Gefahr von Systemausfällen reduziert werden kann.
Ein besonderes bedeutsamer Vorteil ist, dass Mails, die an mehrere Nutzer gleichzeitig geschickt werden, nur ein einziges mal auf dem Mailbox-Server gespeichert werden. Damit lassen sich auch problemlos größere Mails verschicken, ohne Speicherengpässe auf dem Datenträger zu befürchten.
Ein Kommandozeilenprogramm für Cyrus IMAP Server bietet Zugriff auf alle Funktionen, die notwendig sind, um Mailboxen anzulegen und zu verwalten. Zwar gibt es auch andere Verwaltungswerkzeuge, auf Grund der Skriptfähigkeit ist das Kommandozeilenprogramm aber z.B. beim Anlegen großer Nutzer-Mengen ungeschlagen.
Als Zusatzfunktionalität kann Cyrus IMAP Server auch News-Gruppen bereitstellen.
Funktionalität im Detail
- Zugriffskontrollen: Eine Zugriffsliste oder ACL-Liste erlaubt es Benutzern oder Gruppen auf bestimmte Mailboxen zuzugreifen. Hierbei sind bereits zwei Gruppen bei jedem Cyrus Server vorgegeben: Anonymous und Anyone. Anonymous bezieht sich auf alle nicht authentifizierten Benutzer und kann z.B. spezielle Ordner der öffentlichkeit freigeben. Anyone hingegen besteht aus allen Benutzern inklusive der Anonymous-Gruppe.
- Bulletin Boards: Cyrus erlaubt es, private Mail-Ordner anderen Benutzern zur Verfügung zu stellen oder gemeinsam genutzte Ordner bestimmte Gruppen oder Benutzern zugänglich zu machen. So können Bulletin-Boards ähnlich Ordnern erstellt werden, bzw. die von Microsoft Exchange her bekannten Public Folders simulieren.
- Einrichtung von Quotas: Einschränkung des verfügbaren Speicherplatzes für die Nutzer
- Partitionierung des Mailspeichers: Unter Cyrus kann der Mailspeicher über mehrere physikalische Platten / Partitionen verteilt werden. Jede Mailbox - Hierarchie wird als Partition bezeichnet. Damit kann der Mailserver mit den Bedürfnissen mitwachsen. Sowohl das Auslagern bestehender Mailboxen als auch neue Mailboxen können dann auf das Dateisystem umgelagert werden.
- Authentifizierung: Cyrus unterstützt von sich aus Kerberos und die SASL-Bibliothek. Zu den Möglichkeiten von SASL gehören CRAM-MD5, DIGEST-MD5 und GSSAPI (mit Kerberos 5). Auch die UNIX Authentifizierung kann benutzt werden.
- Unterstützung von gemeinsam genutzten Ordnern (Shared Folders)
Systemanforderungen
- Unterstützte Betriebssysteme:
- UNIX/LINUX
- Novell NetWare
- Sun Solaris
- Netzwerkprotokoll TCP/IP
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